Prokrastination

„Oft sind die Schmerzen, die wir dadurch empfinden, dass wir etwas aufschieben, genauso schlimm oder sogar noch schlimmer als die, die wir durchs Handeln in Kauf nehmen müssten.“

Da steht es: Schmerzen! Man leidet schlimme Schmerzen. Ich wünschte, es wäre auch in Deutschland eine anerkannte Krankheit! Irgendwer hat mal gesagt, je eher wir uns dem Unbehagen stellen, desto eher wird es abklingen. Aber das ist es ja gerade. Man sollte, aber man kann es nicht!

Meinem Steuerberater hatte ich auch vorgeschlagen, es mal mit Prokrastination als Grund zu versuchen. Zu der Zeit litt ich quasi an einer besonders schlimmen Form von Prokrastination. Mein Uniabschluss ging dabei flöten. Und das Finanzamt hat meinen Verdienst aus nie geklärten Gründen auf 20.000 Euro geschätzt, obwohl ich erwiesermaßen nicht mehr als 150 Euro im Jahr (!) verdient habe. Das hätte man natürlich leicht widerlegen können, wenn man nicht JEDE Chance zum Widerspruch hätte verstreichen lassen und alle Brief vom Finanzamt ignoriert hätte. Jedenfalls sollte ich nach ein paar Jahren eine richtig dicke Strafe zahlen. Ich war soweit genesen, dass immerhin der Steuerberater in mein Leben trat, da ich eingesehen hatte, das ich mich in diesem Leben nicht mehr darum kümmern würde. Er schien auch ganz angetan von meinem Vorschlag. Aber zahlen musste ich trotzdem. Weiß gar nicht, warum das nicht durchging, wollte immer mal nachfragen, hab es aber auf morgen verschoben.

Aber hey, ich bin mir sicher, dass sowas auch hier irgendwann anerkannt wird. Bestimmt eher als Periodenschmerzen.

Zum selben traurigen Thema, und sehr treffend, schrieb auch schon Martenstein:

Harald Martenstein: „Wer den Artikel nicht liefert, kann sich ein Attest geben lassen.“

Katharina Meyer

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